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Maike Gerten


*03. Dezember 1990



maike-gerten@web.de



Eins zu Eins

2017
49 lackierte Aluminiumplatten, je 18 cm x 18 cm

 
do not enter

2017
4 Digitaldrucke auf Papier, A3

Die Bilder der Serie „do not enter“ zeigen den Blick auf die israelische Sperranlage um den Gazastreifen und die davor eingerichtete 200-300m breite Sperrzone, die nicht betreten werden darf. Dadurch sind 17% der Gesamtfläche bzw. 35% der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Gazastreifens unzugänglich. Das Bildmaterial stammt aus Google Streetview, wurde jedoch nicht von Google, sondern von Privatpersonen mit 360° Kameras aufgenommen und veröffentlicht. Für die Bilder der Serie wurden jeweils eine Bodenansicht (Blick auf den Standort des Stativs bzw. des Fotografen) und eine Fernansicht (Blick auf den Grenzstreifen) zu einem Bild zusammengefügt. Durch die unterschiedlichen Perspektiven scheint das Bild nach unten weg zu kippen und verwehrt somit dem Betrachter den Zutritt.

 
Among the Rio Grande River, Texas, Chihuahua, May 2016
 
Among the Rio Grande River, Texas, Chihuahua, June 2016
 
Terra Incognita

2014
Auswahl aus 40 Tintenstrahldrucken (hier 36), auf farbig abgesetzter Wand
Drucke je 29,7cm x 42cm, gesamt hier: 120cm x 380cm

Terra incognita bedeutet „unbekanntes Land“ und bezeichnete früher Gebiete, die noch nicht entdeckt oder kartografiert waren. Ausgangspunkt für die Arbeit sind öffentlich zugängliche Satellitenbilder, auf denen Orte auf verschiedene Weise zensiert sind (z.B. geschwärzt, verpixelt, verschwommen ...). Hierbei handelt es sich um Regierungs-, Militär- oder Forschungsareale, wie z.B. das National Security Bureau Headquaters in Taiwan oder Ingolstadt Manching Airport in Deutschland. Die verfremdete Form wird aus dem Zusammenhang herausgelöst und zentriert auf weißes Papier gedruckt, wodurch der Fokus auf das gelenkt wird, was eigentlich im Verborgenen bleiben soll. Der Maßstab ist bei allen Drucken gleich, sodass die Größenverhältnisse zwischen den Formen stimmen. Die Ausrichtung nach Norden wird beibehalten. Die rasterförmige Anordnung auf einer braunoliven, der Farbigkeit von Satellitenaufnahmen nahe kommenden Wandfläche, stellt einen Verweis auf die Rasterung von Karten dar. Die Sammlung ist fortlaufend.

 
Material für Terra Incognita

Zensiertes Satellitenbild aus Google Earth: Noordwijk, Niederlande

 
Hashima

2014
70 zusammengefügte Din-A4 Laserdrucke, Kleister
300cm x 150cm

Die 300cm x 150cm große, verkehrt herum an die Wand gekleisterte Abbildung aus Google Street View zeigt ein verlassenes, einsturzgefährdetes Gebäude auf der ehemaligen Kohleabbauinsel Hashima. Auf der japanischen Insel wurde von 1887 bis 1974 unterseeischer Kohleabbau betrieben, was sie zeitweise zum dichtbesiedeltsten Ort der Welt machte. Seitdem ist sie unbewohnt und die verfallenen Bauten wegen Einsturzgefahr nicht mehr betretbar. Seit 2013 ermöglicht Google Street View den virtuellen Rundgang durch die Gebäude. Die funktionalisierte, rationalisierte Architektur wird durch die Abwesenheit der Arbeiter zum skulpturalen Zeugnis der Ausbeutung der Erde, ihrer Ressourcen und der Menschen. Durch das Umdrehen des Bildes entsteheh eine seltsame Belichtungssituation und ein ungeklärter Raumeindruck. Das Tapezieren des Bildes an die Wand ist eine Referenz auf die Zeit und die Vergänglichkeit, da es beim Abnehmen zerreißt.

 
Raumlinien

2014
Videoprojektion
Loop 1:19min

Die Videoinstallation „Raumlinien“ ist im Rahmen der Ausstellung „the room doesn't care“ im Heiligenkreuzerhof in Wien entstanden. Das Video basiert auf einem Modell aus Folienzeichnungen der Ausstellungsinnenräume. Die Farben des Videos sind verkehrt, sodass der Hintergrund schwarz und die Zeichnungen weiß sind. Da bei einer Projektion schwarz das Fehlen von Licht ist, sind in der Ausstellungsansicht lediglich die Zeichnungen als weiße, über die Wand gleitende Lichtzeichnungen zu sehen.

 
Videostill Raumlinien

2014

 
Stadtlinien

2014
Video 1:32min
Größe variabel

Das Video „Stadtlinien“ zeigt Umrisslinien von Architekturen, die aus Google Street View entnommen und auf Folien gezeichnet sind. Es handelt sich hierbei um globalisierte Großstädte, die in Google Street View virtuell begehbar sind, u.a. Berlin, New York, London, São Paulo, Bangkok ... Die Folien wurden in verschiedenen Winkeln und Abständen in ein eigens dafür geschaffenes Setting gehängt und abgefilmt. Dadurch ergeben sich Überschneidungen der schnell und langsam vorbeiziehenden Linien. Es entsteht eine Orientierungslosigkeit im Raum, da klare Abgrenzungen des Bodens und Himmels sowie Anhaltspunkte für die Tiefe fehlen.

 
Filmset Stadtlinien

2014

 
Truppenübungsplatz Altmark

2013
Video 5:20min
Größe variabel

Das Video „Truppenübungsplatz Altmark“ zeigt die zensierten Satellitenbilder eines der größten und modernsten Militärübungsgelände Europas in der Nähe von Magdeburg. Die zensierten Satellitenbilder sind aus Google Earth entnommen. Je näher herangezoomt wird, desto mehr verblasst die Farbe des Bildes, bis es schließlich nur noch aus Graustufen besteht. 120 dieser schwarz-weißen Bilder wurden ausgedruckt und zu einer 8m² großen Karte zusammengefügt. Auf diesem analogen Setting wurde das Video gedreht und so wieder in die digitale Form übersetzt. Die Kamerafahrt verläuft entlang der Panzerspuren, die sich als weiße Linien über das Gelände ziehen. Der Zwischenschritt des Modells dient nicht nur der Materialisierung des real weder betretbaren noch erfahrbaren Ortes, sondern gibt mir die Möglichkeit, die Kamera als Auge des Betrachters zu lenken und bestimmte Sichtweisen und Maßstäbe festzulegen.

 
Ohne Titel

2012
Pappkarton, Projektion

 
Ohne Titel

2012
Fotokopie auf Papier, Folie

 
Ohne Titel

2012

 
Ohne Titel

2012