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Unsichtbarkeiten - Invisibilités



Eröffnung 27. November 2014, 19h
28. November - 2. Dezember 2014
Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

„Unsichtbarkeiten“ ist ein Hochschulaustausch zwischen Berlin und Montpellier. Studierende der Klasse Ursula Neugebauer, Universität der Künste Berlin, und Studierende der École supérieure des beaux-arts de l’agglomértion de Montpellier, kuratiert von Ludwig Seyfarth, stellen im Kunstquartier Bethanien aus.


Julien Dartois
Sarah Degrandjean
Sophie Dloussky
Maike Gerten
Andres Vir Hera
Eva Gerth
Ronja Glesczinsky
Maja Harmes
Marie Jeschke
Florent Masante
Hannah Nacken
Anna Carolina Natterer
Moritz Nehrkorn
Julian Sagert
Benjamin Sourjous
Baptiste Roca
Giulia Zanvit


Oft ist das, was man nicht sieht, entscheidender als das Sichtbare. Dinge können auf verschiedene Weise sichtbar, aber auch auf ebenso verschiedene Weise unsichtbar sein. Die amerikanische Kulturhistorikerin Rebecca Solnit hat versucht, eine Phänomenologie verschiedener Unsichtbarkeiten aufzustellen:
"Die erste könnten Dinge sein, die materiell existieren - wie etwa Strahlung oder Sauerstoff - , aber nur selten sichtbar werden. Die zweiten wären Abstraktionen wie Gewalt, Amnesie oder das Wettrüsten, die nur in Form bestimmter Handlungen, Folgen oder Ursachen an die Oberfläche treten. Drittens gibt es Tatsachen, die in unserer Kultur verdrängt werden. Häusliche Gewalt etwa wurde erst sichtbar, als die Stimmen der Opfer Gehör fanden (...) Viertens wären da die Regeln, die bestimmen, was wir zu sehen willens oder fähig sind - Regeln, die zudem selten genauer untersucht werden. Fünftens wäre da alles, das hochgesichert, klassifiziert, unterdrückt, versteckt, bewacht ist - unsichtbar durch Regierungsbeschluss: offizielle Geheimnisse. das sechste wäre, was zeitlich begrenzt ist, was schon geschah oder erst passieren wird."
Physische und soziale Formen der Unsichtbarkeit nicht kategorial voneinander zu unterscheiden, mag streng wissenschaftlichen Kriterien nicht genügen, aber entspricht einem bildnerischen, künstlerischen Umgang mit Formen der (Un)sichtbarkeit. Denn hier gilt es, physisch erfahrbare Bilder für immaterielle Vorgänge zu finden. Die Unsichtbarkeiten sind eine gedankliche Klammer, welche die große Spannbreite der studentischen Beiträge aus Montpellier und Berlin miteinander verbindet. So stehen nicht bestimmte künstlerische Medien im Vordergrund, sondern die Frage, wie das jeweilige bildnerische, plastische oder auf digitaler Technik beruhende Material als Ausdrucksmittel genutzt oder transformiert wird.